Die vierte Welle

Da ist sie, die vierte Welle und die Wellenhöhe übersteigt alles aus dem vergangenen Jahr. Die Corona-Diskussionen in den Medien und auf der Straße lassen nichts aus und haben einen z.T. sehr toxischen, ideologischen gefärbten Klang. Stellenweise drängt sich das ungute Gefühl einer zunehmenden gesellschaftlichen Spaltung auf. Mit einer gesellschaftlichen Spaltung stagniert vieles. Auch die Jugendarbeit. Seit fast zwei Jahre sind wir mit angezogener Handbremse unterwegs. Richtig glücklich macht das nicht. Nun sind heftige Debatten entbrannt, wie wir durch den zweiten Coronawinter kommen können. Für die Jugendarbeit heißt das zunächst "Abstand" halten. Das Prinzip der Freiwilligkeit besagt nicht nur, dass die Zielgruppe "freiwillig" kommt oder geht, es birgt eine hohe Verantwortung für die Verantwortlichen. Jugendarbeit hat keinen Pflichtcharakter und bedeutet, dass Angebote der Jugendarbeit einen bewussten Entscheidungsprozess durchlaufen müssen. Hier geht es nicht nur um KInder- und Jugendliche, es geht auch um ihre Familien, um ihre Großeltern etc. Die überwiegenden Räume der Jugendarbeit sind für Indoor Jugendarbeit zu klein. Und Outdoor: aktuell kaum eine Option. Doch eine neue Option gibt es: die Impfung! Vielleicht kann diese für die Jugendarbeit das Blatt wenden.

Stiko und das RKI haben sich zum Impfen für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren geäußert (https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/FAQ_Liste_Impfung_Kinder_Jugendliche.html). Das dürften die einzigen Quellen sein, die bei der Entscheidungsfindung neben den kinder- und jugendärztlichen Empfehlungen zu Rate gezogen werden können. Wir verbinden damit die Hoffnung, dass sich über die nächsten Monate nicht nur alle boostern lassen, sondern das jetzt Kindern und Jugendlichen eine Impfung ermöglicht wird, damit wir in der Jugendarbeit keinen dritten Coronawinter erleben müssen. Das sommerliche Zeitfenster hat uns gezeigt, wie wichtig analoge Begegnung ist. Jugendarbeit ist ein Ganzjahresangebot. Helft mit, dass wir dahin wieder kommen. 

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